Das Labyrinth unter der Sonne

Kurzspielfilm & Live-Performance, 15 min / 45 min, DCP, 2012
Cast: Hanna Schludermann, Kamera: Anselm Hartmann, Produktion: Florian Brüning

Synopsis:
Die Spielereien eines Kindes am üppigen Wildbach werden zu einem Ausflug in die natürlichen Formen und Verwirrungen von Mikrokulturen, einem gedanklichen Labyrinth zwischen Schönheit und Angst.

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Dieser Film wurde in einer 45 min Fassung als Live-Performance mit Live Musik der Gruppe Quadrat:sch und dem Komponisten Christoph Dienz beim Carinthischen Sommer 2012 aufgeführt.

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LIVE-PERFORMANCE / KONZERT einer 45min Fassung mit Bühne, Schleierleinwand und Licht-Choreographie: Quadrat:sch und der Komponist Christoph Dienz, Carinthischer Sommer 2012

 

Elisabeth Freismuth zum Film:

“Wenn man in einen Wald eintritt, so ist es, als trete man in das Innere einer Seele”. Ganz im Sinn dieser Worte Paul Claudels scheint das Mädchen in eine Welt des Staunens und des Erfahrens einzutreten, in eine Welt, die per se nichts Bedrohliches und nichts Erhabenes an sich hat. Um das Immerwährende des Wassers und die Schönheit der Tiere, denen sie begegnet,  erahnen und begreifen zu können, dazu braucht es eines ruhigen Blicks, ja oft eines 2. Blicks. Die Abfolge von Licht und tiefem Dunkel, die Entdeckung des Unscheinbaren, in dem sich ein Kosmos erstreckt, erzeugen für den Betrachter/die Betrachterin eine Spannung zwischen der “Um-Welt”, also der umgebenden Natur, und dem “ich”, und lässt dadurch den Wald zu einem Elementarereignis werden. Dazu Franz Kafka in einem Brief: “In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte.”Gerade in der Stille und im Verborgenen erkennen wir-ja vielleicht doch- ein Labyrinth, das uns niemals aus der Welt herausführen wird, aber doch ein Stück näher zu UNS SELBST führen kann… Ein ganz Großer sagt dazu: “Natur! Wir sind von ihr umgeben und umschlungen -unvermögend, aus ihr herauszutreten, unvermögend, tiefer in sie hineinzukommen. Ungebeten und ungewarnt nimmt sie uns in den Kreislauf ihres Tanzes auf und treibt sich mit uns fort, bis wir ermüdet sind und ihrem Arme entfallen. Sie schafft ewig neue Gestalten; was da ist, war noch nie; was war, kommt nicht wieder alles ist neu und doch immer das alte” (J.W. von Goethe, anno 1782)”